Sprachheilunterricht

Informationen zum Sprachheilunterricht

frau hartz
Petra Hartz, Logopädin

Die Sprachentwicklung vollzieht sich bei vielen Kindern bis zum 5. Lebensjahr ohne Störungen. 
Sie erlernen alle Laute bis zu diesem Zeitpunkt korrekt. Sie können grammatisch richtige Mehrwortsätze formulieren.
Ihr Wortschatz erweitert sich, ebenso die Denkvorgänge. Diese Kinder setzten Sprache ohne Hilfe als wichtiges Kommunikationsmittel ein.

Gibt es im Kindesalter Sprachauffälligkeiten, sollten diese behandelt werden, je nach Störungsgrad und Auswirkungen. Durch Sprach- und Sprechbeeinträchtigungen, kann es zu folgenden Auswirkungen kommen: 

  • die Mitteilungsbereitschaft ist stark eingeschränkt
  • das Sprachverständnis ist unzureichend und irgendwann auffällig
  • die schulischen Leistungen nehmen ab oder sind erschwert
  • die Konzentration und Aufmerksamkeit lässt nach
  • es kann zu Lese- Rechtschreibschwäche kommen
  • die Kinder finden wenig Zugang zum Lesen 
  • die Kinder ziehen sich zurück und entwickeln somit ein Störungsbewusstsein, welches sich in mangelndem Selbstbewusstsein oder geringem Selbstwertgefühl äußern kann

Folgende Sprach- und Sprechbeeinträchtigungen gibt es: 
Phonologische Störungen, d.h. es werden einzelne Laute vertauscht
  • Artikulationsstörungen, z.B. Lispeln
  • Stottern
  • Dysgrammatismus, d.h. es wird vorwiegend nicht in ganzen Sätzen gesprochen, es werden Artikel weggelassen oder falsch benutzt, Verben werden nicht flektiert, sondern im Infinitiv, bzw. in der Grundform angewendet.
  • Poltern, d.h. es wird zu schnell oder abgehackt gesprochen, der Redefluss ist gestört
  • Heiserkeit: es kann durch falschen Stimmgebrauch zu Stimmlippenknötchen kommen
  • Näseln, d.h. die Stimme klingt dauerhaft verschnupft, ohne aktuelle Erkältungsanzeichen
Warum also Sprachheilunterricht?
Kinder die o.g. Schwierigkeiten haben, sollten schon frühzeitig in der Verbesserung ihrer Kommunikationsfähigkeit gefördert werden. Dies führt zu einer Persönlichkeitsentwicklung, die ihnen hilft in vielen schulischen Belangen sicherer aufzutreten und mehr Freude am Lernen zu erlangen. In einem geschützten  Rahmen trauen sich die Kinder oft deutlich mehr zu fragen und werden auch mehr „gehört“, als in dem viel größeren Klassenverband. 
Der Sprachheilunterricht findet während der Unterrichtszeit in Absprache der Eltern und der Lehrer statt. Dieser erfolgt dann nach einem speziell auf das Kind abgestimmten Förderplan. Er  wird nach den jeweiligen Auffälligkeiten erstellt und immer wieder angepasst. 
Zu Beginn des Schuljahres wird geschaut, wie viele Kinder sprachauffällig sind. Um die Qualität und die Effizienz des Sprachheilunterrichts zu sichern. Es kann nur eine limitierte Schülerzahl aufgenommen werden, daher werden andere Kinder vielleicht erst im darauffolgenden Jahr aufgenommen.
Während des laufenden Schuljahres ist der Sprachheillehrer, bzw. die Logopädin immer in engem Kontakt mit den jeweiligen Klassenlehrern und auch den Eltern.  Gegebenenfalls werden die Eltern zu Besprechungen oder Beratungen in die Schule eingeladen, damit auch hier ein Teil der Unterstützung geleistet werden kann, um dem Kind eine optimale Hilfe zu gewähren.

Im Verlauf des Sprachheilunterrichtes werden z.B. spezielle Übungen für:
  • die Mundmotorik erarbeitet, um Lippen- und Zungenmuskulatur zu kräftigen
  • Übungen zur phonologischen Bewusstheit gemacht
  • Hörübungen, angepasst an lautliche Schwierigkeiten
  • Satzbau und Grammatik erarbeitet
  • auf Fein – und Grob-, sowie die Körpermotorik geachtet
  • Fördermaßnahmen von Kindern mit auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen

 Es gilt also ein Fördernetz zu schaffen, in dem alle Hilfen aufeinander abgestimmt sind und sinnvoll ineinander greifen.
Sollten die Fördermaßnahmen in der Schule für einzelne Kinder nicht ausreichen, so wird den Eltern geraten zusätzlich die Unterstützung eines niedergelassenen Logopäden aufzusuchen. Nicht alle Bereiche liegen ausschließlich in der Verantwortung der Schule.