Projekte


Unser Erasmus+ Projekt zur Leitaktion 1 „Mobilitätsprojekt für Schulpersonal“ sollte folgende zentrale Themen behandeln: Aktive EU-Bürgerschaft, europäisches Bewusstsein und Demokratie, Fremdsprachen unterrichten und lernen, Inklusion - Gleichheit. 

Durch die Teilnahme an der Fortbildung des IFEL-Institutes verschafften wir uns einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten der Gestaltung von Erasmus+ Projekten betreffend Leitaktion1 und Leitaktion2. Zudem knüpften wir Kontakt zu Lehrenden aus Griechenland, Bulgarien, Belgien, Dänemark und Ungarn. Wir diskutierten über die Schulsysteme in den verschiedenen Ländern, tauschten uns über den Umgang mit den neu ankommenden Flüchtlingen aus und präsentierten unsere Länder und Kulturen, unsere Unterrichtsgestaltung und gelungene Schulaktivitäten. Wir spielten gemeinsam gruppendynamische Spiele, die der Sensibilisierung und Auseinandersetzung mit anderen Kulturen dienten. Wir verbesserten unsere Fremdsprachenkenntnis in Englisch, da die Fortbildung in englischer Sprache stattfand. Wir informierten uns über unterschiedliche europäische Organisationen, durch die Schulpartnerschaften und europäische Schulprojekte gefördert werden können. Wir lernten die e-twinning Plattform kennen. Zudem bekamen wir Hilfestellungen zur Erstellung von Verträgen für Mobilitäten im Bereich Job-Shadowing. In informellen Gesprächen am Tisch oder am Abend erfuhren wir, wie in den anderen Ländern mit dem Thema Inklusion umgegangen wird, welche strukturelle und schultypische Modelle dort umgesetzt werden. Nach der Teilnahme an der Fortbildung erstellten wir eine Präsentation für die Gesamtkonferenz unserer Grundschule und teilten unsere Eindrücke und Wünsche zur Zusammenarbeit mit. Wir erstellten eine konkrete Unterrichtseinheit, die das Thema der geflüchteten Kinder behandelte und tauschten uns mit dem Kollegium darüber aus, wie wir an unserer Schule eine noch weiter reichende Willkommenskultur realisieren könnten. Neben der Unterrichtseinheit entstand die Idee zu einem Schulfest mit dem Thema „Unsere bunte Welt“ und wir erstellten eine Musik-CD mit einem verbindlichen Liederkanon für unsere Schule. Somit können auch Kolleginnen, die nicht oder fachfremd Musik unterrichten, mit ihren Klassen die gemeinsamen Lieder einüben und singen. 

Anschließend an die Aktivität des IFEL-Institutes fand während der Osterferien die erste Job-Shadowing Aktivität im Pädagogischen Beratungszentrum Meran sowie der Grundschule Obermoos statt. Schwerpunkt hierbei war das Thema „Inklusion-Gleichheit“. 

Wir informierten uns über die Aufgaben des Pädagogischen Beratungszentrums und lernten die verschiedenen Abteilungen kennen. Schwerpunktmäßig fanden Gespräche mit den zuständigen Leitungen für den Bereich Inklusion und Sprachen lernen statt. Wir informierten uns darüber, wie die Diagnose von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Förderbedarfen gestellt wird, über die Unterstützung dieser Schüler im Unterricht, über Fortbildungsmöglichkeiten von Kolleginnen, über Unterstützung im Bereich Beratung und Supervision. Das Sprachenzentrum ermöglichte uns die Teilnahme an einer Fortbildung zum Thema: „Sprachsensibler Fachunterricht“ und informierte über die Unterrichtsorganisation der Sprachkurse, über die Unterstützung durch die Migrationshelfer vor Ort, über Feriensprachkurse, Elternarbeit usw. Wir konnten dort über Erasmus+ informieren. Viele Mitarbeiterinnen des Beratungszentrums waren interessiert an einem eigenen Projekt in diesem Bereich und erhielten durch uns konkrete Informationen, wie ein solches Projekt geplant und durchgeführt werden könnte. Während der Hospitationstage in der Schule erfuhren wir konkret, wie Inklusion in einer südtiroler Grundschule umgesetzt wurde, wie Fördergruppen stattfanden, wie Kolleginnen kooperierten und mit welcher Einstellung die Lehrerinnen und Lehrer dem Thema Inklusion begegneten. Insgesamt war diese Aktivität sehr informativ und sehr bereichernd bezüglich der persönlichen Einstellung der Personen: Inklusion in Südtirol bedeutet ganz einfach: jedes Kind besucht die Schule in seinem Einzugsgebiet vor Ort vom ersten Tag an - egal welche Behinderung es hat oder welche Sprachprobleme noch vorhanden sind. Für alle Kinder ist der Platz die Schule vor Ort. Alle Lehrenden sind darauf eingestellt, dass Unterricht differenziert und dem Lernniveau der Kinder angepasst stattfinden soll und setzen den Unterricht mit einer großen Portion Gelassenheit und Freude um. 

Die nächste Job-Shadowing Aktivität fand ebenfalls in Meran statt, jedoch nur im Sprachenzentrum. In unserer Schule hatte sich durch den Zuzug enorm vieler Flüchtlingskinder, die in Intensivklassen an der Joseph-Heckler-Schule unterrichtet werden, ein neuer Schwerpunkt für das Erasmus+ Projekt gebildet. Das Unterrichten von „Deutsch als Fremdsprache“ wurde für alle Kolleginnen der Schule unterrichtsrelevant. Deshalb informierten wir uns im Sprachenzentrum in Meran über die Organisation, die Umsetzung und Durchführung von Sprachunterricht für Nicht-Muttersprachler, die Unterstützung durch andere Organisationen wie Migrationshelfer, die Möglichkeiten, die durch eine Mediathek dort gegeben sind. In Gesprächen, Hospitationsphasen und Reflexionsphasen und im Austausch von konkreten Unterlagen bekamen wir viele hilfreiche Ideen, um den Unterricht in der Joseph-Heckler-Schule verbessern zu können. 

Nach der Rückkehr der Kollegin fand wieder eine Gesamtkonferenz mit Präsentation der Arbeitsergebnisse aus dem Job-Shadowing statt. Konkrete Unterlagen wurden den Kolleginnen präsentiert und werden zukünftig bei der Erfassung von Sprachständen und der Dokumentation von Sprachentwicklung in der Schule eingesetzt werden. 

Als letzte Job-Shadowing Aktivität fand eine kurze Hospitation und ein Informationsaustausch in der Internationalen Schule in Lyon (CSI) statt. In dieser Schule kommen während des gesamten Schuljahres immer Schüler ohne Kenntnisse der Unterrichtssprache Französisch an. Die Schüler werden in Kursen während der Klassenunterrichtszeit zusammengefasst und separat in Französisch unterrichtet. Wir informierten uns über die Gestaltung des Unterrichts, die stundenplanrelevante Organisation dieser Sprachstunden, die Erfassung der Sprachstände und erfuhren, wie die Kinder in den Sprachkursen und in den Regelklassen ihre Schule erlebten. Zudem erhielten wir einen kleinen Einblick in die Rhythmisierung der Ganztagsschule in Frankreich. 

Neben der Hospitation der Kollegin in Lyon fand eine Schülerbegegnung - zwar außerhalb des Erasmus-Projektes - jedoch mit dem Ziel statt, das europäische Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler der Joseph-Heckler-Schule zu entwickeln und eine Offenheit für Europa und andere Kulturen, Verständnis für Kinder ohne Sprachkenntnisse und Freude am Austausch mit Kindern aus anderen Ländern zu entwickeln.