Juni 2017

Kunstprojekt mit der Intensivklasse

Von Friedensreich Hundertwasser stammt das Bild: Der kleine Weg. 
Hundertwasser war ein Mann des Friedens. 
Er verlor schon früh seinen Vater im Krieg. Deshalb wünschte er sich als Kind, er wäre ein Maulwurf. 
Maulwürfe leben geschützt unter der Erde. Kein Panzer kann sie finden. 
Über ihnen wächst das Gras. Alles ist friedlich. 
Er liebte die Natur und wurde als Künstler neben seinen Bildern durch seine Arbeit als
Architekt bekannt. In der Natur gibt es keine geraden Linien, betonte er oft. Auch in seinen Bildern und seinen Häusern werden wir sie nicht finden. 
 
Durch die Betrachtung des Bildes: "Der kleine Weg“ kamen wir auf die Idee, dass jedes Kind seinen Weg in einer ähnlichen spiralförmigen Weise aufzeichnen könnte. 
Die Kinder haben das gemalt, was für sie bedeutsam ist. 
Ich habe ihre Geschichten dazu aufgeschrieben, so wie sie mir erzählt wurden. 
Durch die Bilder und Geschichten können alle Menschen, die die Seite der Joseph-Heckler-Schule besuchen, einige unserer Intensivklassenkinder nun näher kennenlernen. 
Ich wünsche mir, dass sie sich hier wohlfühlen und wir alle ihnen das Gefühl geben, bei uns willkommen zu sein. 

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Rameen: 

Ich komme aus Pakistan. Ich habe dort in Karachi gewohnt. Mein Haus war hoch. Wir hatten 4 Zimmer und ein weißes Auto. Meine Schule war direkt neben dem Haus. Ich hatte dort viele Freundinnen. Jetzt habe ich noch Kontakt zu meiner Freundin Zainab über Whatsapp. 
Einmal war mein Vater auf dem Heimweg von der Arbeit. Zwei Männer mit Maschinengewehren sind gekommen und haben gesagt: Du musst uns Geld geben. Er hat ihnen alles aus seiner Geldbörse gegeben. Dann ein paar Tage später, als ich von der Schule nach Hause lief - mein Bruder war noch in der Schule - kamen die beiden Männer zu mir. Sie hatten wieder ein Maschinengewehr. Aber irgendwie habe ich das nicht ernst genommen. Sie haben gesagt, ich muss mitkommen. Ich habe „nein“ gesagt und bin nach Hause gerannt. Zum Glück war es nicht weit. Meine Mama war da. Sie hat gleich meinen Papa angerufen. Er hat dann die Polizei angerufen. Aber die Polizei hat uns nicht geholfen. Dann einmal in der Nacht kamen die Männer zu uns in das Hochhaus. Sie haben angefangen, mit der Security zu streiten. Dann sind sie einfach hochgegangen an unsere Haustür. Die Security hat die Polizei angerufen, aber sie sind nicht gekommen. 
„Macht die Tür auf! Macht die Tür auf! Die Männer haben an unsere Tür geklopft mitten in der Nacht. Da hatte ich Angst. Mein Papa wollte sie nicht reinlassen. Er hat die Polizei angerufen. Die Männer haben uns gedroht. Dann hat Papa die Tür aufgemacht und einen Mann mit einem Stock auf den Kopf geschlagen. Wir hatten alle so viel Angst. 
Sie haben auch unser Auto geklaut.
Später hat mein Papa gesagt: Wir bleiben nicht hier. Wir könnten hier sterben. Wir haben unsere Sachen eingepackt. Jeder hatte zwei Koffer. Dann sind wir mit dem Flugzeug nach Deutschland geflogen. Wir haben alle sehr viel geweint. 
In Deutschland kamen wir in ein Camp. Dort habe ich niemanden verstanden. Alle kamen aus verschiedenen Ländern. Aber nach einer Weile hatte ich Freunde. Es gab auch eine Schule. Da habe ich ein bisschen Deutsch gelernt. 
Jetzt wohnen wir in Bensheim. Wir haben zwei Zimmer und eine Küche und kein Auto mehr, aber Fahrräder. Ich kann immer raus gehen und muss keine Angst mehr haben. In Pakistan hatten wir auch Fahrräder und Motorroller und so. Aber wir haben sie nie benutzt, weil wir immer Angst hatten draußen. 
 
 
David: 
In Polen habe ich in Dębica in einem hohen Haus gewohnt. Dort bin ich oft Tretboot gefahren auf einem See. Wir sind nach Deutschland gegangen, weil meine Mutter hier eine Arbeit gefunden hat. Wir sind beide mit dem Auto gekommen. Mein Papa arbeitet in Polen. Ich sehe ihn auf Skype. Er ist Automechaniker. Ich wollte gern mit Mama nach Deutschland. Meine Freunde aus Polen sehe ich über Skype. 
In Polen konnte man im Stadtpark Drachen steigen lassen. Es gab auch ein Schwimmbad. Ich habe dort Fußball gespielt, jetzt bin ich in der FSG. Ich spiele auch noch gern Tischtennis. 
 
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Mateusz:
Mein Haus in Polen war in Sonnenburg. Das ist eine kleine Stadt mit einer schönen Altstadt. Unser Haus hatte einen Garten und dort wohnten meine Eltern und mein Bruder und ich. Jetzt wohnt dort eine andere Familie. mein Vater hatte eine Arbeit in Deutschland. Er kam nur alle zwei Monate heim. Weil ich so traurig war, hat mein Vater entschieden, dass wir alle nach Deutschland umziehen sollen. Mein Onkel hat einen Lastwagen und wir haben alle Möbel eingeladen. Mein Vater hatte schon eine Wohnung neben der Schule. In Deutschland konnte ich 3 Monate nicht zur Schule gehen, weil das Schulamt irgendwie keine Zeit für uns hatte. meine Freundin und viele Freunde sind in Polen. Beim meiner Freundin ist der Kühlschrank kaputt gegangen und dadurch ist das ganze Haus abgebrannt. Aber ihr ist nichts passiert. Auch auf dem Hausdach meiner Lehrerin hat es gebrannt, weil ein Junge dort mit Krachern gespielt hat. In Polen ist eine Fabrik, dort kommt viel stinkiger Rauch aus dem Schornstein. Ich interessiere mich sehr für Traktoren. In Polen fuhr ich immer mit meinem Onkel auf die Felder. Einmal war ich in den Bergen. Das hat mir gut gefallen. Außerdem liebe ich Fußball. Das kann man zum Glück in Polen und in Deutschland spielen. Ich fahre auch noch gerne Zug. In der Schule hier gefällt es mir gut. 

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Fadi: 
Ich heiße Fadi und komme aus Syrien. Dort wohnte ich in einer Stadt und meine Wohnung hatte sieben Zimmer. Auf dem Dach war ein Schwimmbad. Zu meiner Familie gehören Mama, Papa, mein Bruder Schadi und ich. Meine Mama ist schwanger. Bald bekommt sie ein Baby. Wir sind aus Syrien mit dem Flugzeug gekommen. Wir waren zuerst in Frankfurt, dann in Heppenheim in einer Wohnung. Jetzt wohne ich in Bensheim in einem Zimmer mit Schadi. Im Flugzeug hatte ich Angst, weil es so gewackelt hat. In Syrien hatten wir ein Auto und ich hatte viele Freunde. Mit 14 Freunden habe ich Kontakt über Facebook. Es geht ihnen gut. Früher habe ich einmal Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff gemacht. Das war toll. 
 
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Wael: 
Ich heiße Wael und komme aus Syrien. 
Mein Haus dort hatte drei Zimmer und ein Bad. Ich hatte einen Hund, er hieß Mera. Er wohnte in einer Hundehütte. Wir lebten in einer kleinen Stadt. mein Vater hat entschieden, dass wir in die Türkei fliehen, weil bei uns so viele Menschen starben und auch die Schule war kaputt. Meine Eltern und meine kleinen Brüder Waizal und Hamsa und meine großen Brüder und meine Schwster und ich. mein Onkel und seinem Familie kamen auch mit. Ich habe sechs Brüder und eine Schwester. Wir sind mit dem Bus gefahren. In der Türkei waren wir in einem Wald. Da ging es nicht weiter. Dann durften wir ans Meer. dort war ein Boot. Wir mussten alle Schwimmwesten anziehen. Als wir an Land kamen, gab es ein großes Schiff. Damit fuhren wir dann nach Deutschland. Dort kamen wir in ein Camp. Da habe ich mich mit einem aus Afghanistan geprügelt. Später kam ich mit einem Bus nach Bensheim. Mein Vater hat jetzt ein Auto gekauft. In dem Camp in bensheim habe ich Samiolla und Kamil und andere Freunde gefunden. Jetzt wohne ich in Schönberg neben Samiolla. Unser Haus in Syrien gehört jetzt einem anderen Mann. 

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Zhaoyue: 
Mein Haus in china war bunt und hatte vier Stockwerke. auf dem Dach haben die Leute die Wäsche aufgehängt. Ich wohnte im dritten Stock mit Mama, Papa und meiner Schwester Mia. Neben meinem Haus war ein Supermarkt. Er war zwei Stockwerke hoch! Da haben wir unser Essen eingekauft. Es gab auch einen Busbahnhof. meine Freundin heißt Zieyen Zheng. Sie wohnte neben mir. Ich konnte zur Schule laufen. Die Schule war schön. Mein Papa wollte nach Deutschland. Er ist Koch. Meine Mutter arbeitet jetzt immer noch per Computer und Internet für eine Firma in china. Ich war traurig, als wir mit dem Flugzeug weggeflogen sind. Aber am 30.Juni fliegen wir wieder hin. 

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Theateraufführung: Die schwarzen Schwäne

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Adlerpost

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Eine Schülerzeitung vom Schülerrat für alle Schulkinder.

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