Errichtung einer neuen VHS

einweih

Die Errichtung einer neuen Volksschule in Bensheim-West


Kriegsbedingte Schäden - das Schulhaus am Kirchplatz war total zerstört - und vor allem der Bevölkerungszuwachs - die Einwohnerzahl stieg von 20.716 im Jahre 1946 auf 23.601 im Jahre 1953 - machten nach dem Zweiten Weltkrieg die Errichtung neuer Schulen dringend notwendig. An der Auerbacher Schillerschule wurde noch gebaut, als 1954 bereits der „Bau einer neuen Volksschule westlich der Bahn" angekündigt wurde, für die das Gelände schon erworben worden war. Bis zur Verwirklichung sollten allerdings noch fast zehn Jahre vergehen.

Am 16. Nov. 1961 beschloss die Stadtverordnetenversammlung einstimmig, „die neue Volksschule im Westteil der Stadt nach dem Heimatforscher Joseph Heckler zu benennen und der Schule den Namen JOSEPH-HECKLER-SCHULE zu geben". Da „zu der Namensgebung der neuen Schule wiederholt der Wunsch geäußert wurde, bei der Festlegung des Namens eine verdiente Bensheimer Persönlichkeit zu ehren", konnte man sich leicht dem Namensvorschlag des Historikers Friedrich Wilhelm Euler und des Rektors der Wambolterhofschule, Heinrich Stimmler, anschließen. Begründet wurde der Vorschlag mit den umfangreichen Verdiensten Hecklers, seinem „uneigennützigen Eintreten für öffentliche Belange und seiner tadellosen Lebensführung als Vorbild und ein Ansporn für die Jugend, die zukünftig diese Schule besuchen wird".

schluess

Am Gründonnerstag, dem 19. April 1962 war es soweit: Die Joseph-Heckler-Schule in Bensheim-West (Adolf-Kolping-Str. 5) mit 12 Schulräumen, einem Mehrzweck- und einem Werkraum, einem Physiksaal mit Vorbereitungsraum, einer Lehrküche, je einem Lern- und Lehrmittelraum sowie Rektor-, Geschäfts-, Bücherei-, Lehrer- und Hausmeisterzimmer sowie weiteren Abstellräumen und einer Pausenhalle, wurde ihrer Bestimmung übergeben. Der planende Architekt, Dipl.-Ing. Helmut Rigler aus Auerbach, überreichte Bürgermeister Wilhelm Kilian den Schlüssel der Schule und betonte auch im Namen des Bauleiters, Architekt Heiner Lengfelder, ebenfalls aus Auerbach, den eigenwilligen Stil des Schulhauses mit den beiden Materialien Backstein und Beton, das sein endgültiges Gesicht erst mit der Fertigstellung der Schulturnhalle, des Hausmeisterhauses und der Pavillonbauten erhalten werde.

Der Bürgermeister gab den Schlüssel an den Schulleiter Hans Hechler weiter und erwähnte, dass man sich durch die starke Entwicklung der Weststadt in den Nachkriegsjahren bereits im Jahre 1949 nach einem geeigneten Grundstück umgesehen habe. Kilian kündigte im dritten Bauabschnitt die Schaffung eines Realschulzuges, der mit zwei Klassen schon realisiert werde, an und wies auch auf die Schwierigkeiten hin, die sich durch den Baugrund ergaben und eine Verstärkung der Fundamentierung notwendig machten.

Rektor Hechler dankte dem Magistrat und dem Stadtparlament sowie den Architekten für Planung und Ausführung. Euler ging nochmals auf den Namensgeber der Schule, Joseph Heckler, ein: „Während seines ganzen Wirkens in Bensheim fiel keine Entscheidung ohne oder gar gegen seinen stets bereitwillig gegebenen und immer auf einen Ausgleich widerstrebender Interessen gerichteten Rat." Der Einweihung folgte ein „Tag der offenen Tür" am Ostermontag, den 23. April 1962. Von 10 bis 16 Uhr wurde der Bevölkerung die Möglichkeit gegeben, vor dem Beginn des neuen Schuljahres das neu errichtete Schulgebäude zu besichtigen.

Autor: Herr Manfred Berg