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Bensheim. Wenn der Kinderbuchautor Frank Stieper aus seinen
Büchern vorliest, gibt es keine Langeweile. Mit seinen
Zuhörern machte er sich am Dienstag auf die Reise in eine
fiktive Welt, die er zusammen mit den Kids während der Lesung
gestaltete. Die Drittklässler der Joseph-Heckler-Schule
folgten den Spuren des Autors Schritt für Schritt. Rektorin
Petra Flechsenhar-Schweinsberger freute sich, dass der Autor
aus Deutschlands hohem Norden, der bereits vor drei Jahren
beim Leseland Hessen dabei war, ein weiteres Mal in die Schule
kam.
Lesungen mit Frank Stieper sind immer etwas Besonderes. So
wie er den Kindern mit seinen Romanen ein Lesevergnügen
bereitet, so servierte er ihnen einen vergnüglichen Vortrag.
Viele Passagen trug er auswendig vor. Die Hände nutzte er zur
Darstellung, gleichzeitig hatte er stets Blickkontakt mit den
Schülern. Mitgebracht hatte er den Roman "Besuch vom Mars",
der vom Titel her ein Science-Fiction-Roman zu sein scheint.
Die Hauptfigur ist ein fast neun Jahre alter Junge, der
eigentlich Max heißt, aber sein Pseudonym Mäx viel cooler
findet und sich zum Spezialagenten ernennt. Vor allem wenn es
um rätselhafte Fälle mit Aliens und Ufos geht, fühlt Mäx sich
zuständig.
Die detektivischen Aufgaben löst er in seiner "obergeheimen
Kommandozentrale" zusammen mit seinem Hund Misty, mit dem er
sich vorzugsweise per Gedankenübertragung unterhält. Das
Agentenduo ist sofort zur Stelle, als bei der Nachbarin
Magdalena Sauermilch Ufos und Aliens aufgetaucht sein sollen.
Mäx hat einige Hürden zu überwinden, bis er vorbei an einem
ganz Schwarm von Reportern am Tatort eintrifft.
Die jungen Zuhörer folgten den Gedankengängen des
Schnelldenkers, der sie über seine Recherchen stets auf dem
Laufenden hielt. Sie spürten schnell, dass er keineswegs ein
strahlender Held ist, sondern immer wieder von Selbstzweifeln
geplagt wird. So wie der Autor seine Hauptfigur mit
augenzwinkernder Ironie gestaltet, so verfährt er auch mit den
anderen Figuren. Frau Sauermilch etwa, die er mit einer
gewissen Hochnäsigkeit und Extravaganz ausstattet und die mit
ihren täglichen Gesangsübungen die Nachbarn nervt.
Frank Stieper weiß, dass seine jungen Zuhörer gern selbst
einen Ausflug in die Welt der Detektive unternehmen. Eine
Aufgabe lautete: Mäx braucht Beweise, die im Garten von Frau
Sauermilch hinter dichten Zäunen zu finden sind. Dabei ist der
Jung-Detektiv geradezu unsportlich. Wie also kommt er in den
Garten? Die Kids trugen viele Ideen zusammen - angefangen vom
Einsatz eines Stuhl und einer Leiter bis hin zum Zersägen des
Zauns. Nach langem Knobeln kam eine auf die Idee, einfach die
Türglocke zu läuten. Das war auch Mäxchens Strategie.
Natürlich erfuhren die Zuhörer nicht, zu welchem Ergebnis
Mäx bei der Untersuchung der Alienspuren kam. Die Fans der
Detektivgeschichte können sich das Ende selbst erlesen. Zwei
Exemplare schenkte der Autor der Schulbibliothek, zwei
Exemplare des zweiten Bandes aus dieser Reihe mit dem Titel
"Wahrsager lügen nicht" legte er oben drauf. Die
Heckler-Schule hat mit Unterstützung des Fördervereins viermal
im Jahr einen Autor zu Gast.
Die Aliens und Wahrsager aus der Welt der Fantasie, die
dennoch Bodenhaftung behalten, waren eine gute Wahl. Einige
Pennäler kannten den Autor bereits. Andere hatten vorher im
Internet recherchiert und wussten um seien Vorliebe für
Gummibärchen. Als Wegzehrung überreichte ihm eine Schülerin
aus ihrem Geburtstagskorb eine ganze Tüte. moni
© Bergsträßer Anzeiger -
16.03.2006 |