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Bensheim. Mit Beginn des Schuljahres trat Birgit Eisele als
Konrektorin an der Joseph-Heckler-Schule in die Fußstapfen von
Peter Müller. Gestern übertrug ihr Dr. Karl-Heinz Wesserle vom
Staatlichen Schulamt das wichtige Amt auch offiziell.
Zu der Feierstunde begrüßte Schulleiterin Petra
Flechsenhar-Schweinsberger als Gäste nicht nur die Vertreter
des Staatlichen Schulamtes, sondern auch der Auerbacher
Schlossbergschule, an der Birgit Eisele zuvor tätig war. Petra
Flechsenhar-Schweinsberger betonte, dass das Kollegium Birgit
Eisele als ehrliche, einfühlsame und kompetente Lehrerin im
Leitungsteam der Schule kennen und schätzen gelernt habe.
Sie stelle bei der Gestaltung und Zielformulierung hohe
Ansprüche, dabei stünden jedoch immer die Menschen im
Mittelpunkt, für die sie Verantwortung trage.
Ein beruflicher Meilenstein
Als Geschenk und symbolische Hilfe überreichte sie ihrer
Stellvertreterin das "ABC der guten Schule" und ordnete jedem
Buchstaben eine pädagogische Qualität zu. "Wir sind froh, dass
Sie hier sind und freuen uns auf eine kooperative und
konstruktive Zusammenarbeit."
"Ich bin sicher, dass sie den richtigen Takt finden und
dass alles stets gut abgestimmt ist", meinte Dr. Wesserle und
überreichte die Ernennungsurkunde. Der Werdegang der neuen
stellvertretenden Schulleiterin lässt keinen Zweifel daran,
dass sie auch die neue Aufgabe meistern wird. Über ihre Arbeit
als Lehrerin hinaus war Birgit Eisele als Fachleiterin in der
Ausbildung von Referendaren tätig. Sie war Personalrätin und
an der Entwicklung des Schulprogramms der Schlossbergschule
beteiligt.
Auch außerhalb der Schule engagiert sie sich pädagogisch.
Sie war Übungsleiterin im Sport und ließ sich zur
Tanzpädagogin ausbilden. Rolf Poland beglückwünschte Birgit
Eisele im Namen des Personalrats und wünschte ihr
"erfolgreich, innovativ, stark, einfallsreich, lebensfroh und
einfühlsam zu bleiben".
Dass man die geschätzte Kollegin mit einem lachenden und
einem weinenden Auge ziehen ließ, machte Ursula Massoth,
Rektorin der Schlossbergschule deutlich. Sie unterstrich die
hohe soziale Kompetenz, die gerade in einer Position "zwischen
den Stühlen" an der Schnittstelle zwischen dem schulischen
Alltag und der Leitung benötigt werde. Sie sei sich sicher,
dass Birgit Eisele die geforderten Fähigkeiten besitze.
"Für mich ist es ein Meilenstein, beruflich wie privat",
meinte Birgit Eisele, die einen kritischen Blick auf den
Lehrerberuf warf. "Es waren interessante Jahre an der
Schlossbergschule, die mich geprägt und sattelfest gemacht
haben", meinte sie. In dem Buch "Sich in der Schule
wohlfühlen" sei darauf hingewiesen worden, dass ein Lehrer in
einer Schulstunde immerhin 200 Entscheidungen treffen müsse.
Pädagogen sind somit auf vielen Baustellen gleichzeitig
tätig.
Unterricht werde zu einer Herausforderung, "weil wir es
schaffen müssen, den Kindern die Augen zu öffnen für den Wert
der kleinen Momente, die unscheinbar und unspektakulär sind".
Halbheiten und Kompromisse seien fehl am Platz. Zudem sei
unverkennbar, dass Lehrer viel für die Gesellschaft leisten.
"Es lohnt sich, sich hier anzustrengen."
Die Joseph-Heckler-Schule ist eine "bunte" Schule mit einem
hohen Anteil an Ausländerkindern. Ziel ist es, allen Kindern
einen Lebensraum zu eröffnen, in dem sie Vertrauen und
Verlässlichkeit finden.
Mit einem facettenreichen Rahmenprogramm machten Schüler
und Lehrer deutlich, wie sehr sie die neue Lehrerin,
Konrektorin und Kollegin schätzen. Ein vierstimmiger,
vierköpfiger Frauenchor sowie der Chor der Lehrer ließen
ebenso aufhorchen wie das Vorspiel der jungen
Instrumentalisten und die Liedbeiträge des Schulchors, die
speziell auf die neue Konrektorin gemünzt waren. moni
© Bergsträßer Anzeiger -
06.04.2006 |